Wie bei Außenmaterialien bietet KUBIQ auch hier keinen festen Standardlook. Es gibt ein Spektrum — Holz, Steinakzent, Salz — und die Wahl wird projektbezogen zusammengestellt, nach dem gewünschten Ton und der Art, wie Sie die Sauna nutzen werden. Dieser Ratgeber erklärt, woraus dieses Spektrum besteht und was jedes Material in den Raum bringt, in dem Sie sitzen.
Schritt 01Warum der Innenraum nicht dieselbe Entscheidung ist wie die Fassade
Außen arbeitet ein Material gegen Regen, UV und Frost. Innen arbeitet es gegen etwas anderes: hohe Wärme, Feuchtigkeit, Schweiß und direkten Hautkontakt.
Drei Kriterien, die außen kaum existieren, innen aber entscheiden:
- Wärmeleitfähigkeit. Ein Material, das sich zu stark erhitzt, brennt bei Berührung auf der Haut. Deshalb verlangen Bänke und Rückenlehnen Holz mit geringer Wärmeleitfähigkeit — es bleibt angenehm, auch wenn die Luft in der Sauna sehr heiß ist.
- Harz und Chemie. Harzhaltiges Holz bildet heiße Harztaschen und einen Geruch, den man in einem geschlossenen heißen Raum nicht möchte. Der Sauna-Innenraum braucht harzfreies Holz.
- Verhalten bei Feuchtigkeit. Dimensionsstabilität und Widerstand gegen Feuchtigkeit und Bakterien erhalten über Jahre sowohl Optik als auch Hygiene.
Optik bleibt wichtig — kommt aber nach diesen Kriterien, nicht vor ihnen.
Schritt 02Holz für Verkleidungen: das Spektrum
Holz ist die Basis jedes Sauna-Innenraums. Die Arten unterscheiden sich im Ton, in der Helligkeit und darin, wie sie sich mit der Zeit verhalten. KUBIQ bietet standardmäßig folgendes Spektrum:
- Espe — sehr heller, fast weißer Ton, weich und gleichmäßig. Klassischer skandinavischer Look, neutral und ruhig. Geringe Wärmeleitfähigkeit.
- Erle — wärmerer, leicht rötlich-brauner Ton. Gibt der Sauna optisch mehr Wärme und Weichheit als Espe.
- Thermo-Espe — thermisch behandelte Espe: dunklerer, wärmerer Ton und höhere Dimensionsstabilität bei erhaltener heller Grundcharakteristik.
- Thermo-Erle — thermisch behandelte Erle: reicher, dunkler, warmer Ton. Premium-Auswahl für eine Sauna, die innen umhüllend und intim wirkt.
- Hemlock — hell bis mittelhell, sehr gleichmäßige Textur, ohne ausgeprägte Äste. Klare, ruhige Optik.
- Lunawood — nordisches thermisch behandeltes Holz, brauner Ton, harzfrei, geringe Wärmeleitfähigkeit und sehr dimensionsstabil. Ausführlicher im separaten Ratgeber.
Jede dieser Optionen erzeugt ein anderes Raumgefühl — von hell und luftig (Espe, Hemlock) bis dunkel und umhüllend (Thermo-Erle). Das ist der erste und wichtigste Schritt im Ton des Innenraums.
*Auf Anfrage führen wir auch verschiedene exklusive Materialien außerhalb dieses Standardspektrums aus — wenn das Projekt etwas Spezifisches verlangt.*
Schritt 03Bänke: Holz, das nicht brennt und zum Rest passt
Die Bank ist der Ort des längsten und direktesten Hautkontakts, daher ist die Wahl des Bankholzes eine eigene Entscheidung — es muss nicht dasselbe Holz sein wie die Wandverkleidung.
KUBIQ verwendet für Bänke Espe und Erle, in normaler und thermischer Ausführung, und die Wahl hängt vom restlichen Innenraum ab — die Bank wird tonal mit Wänden und Decke zu einem kohärenten Ganzen abgestimmt. Ein dunklerer Innenraum verlangt meist eine dunklere Bank, ein heller Innenraum eine helle.
Abachi ist eine zusätzliche Option für Bänke — ein afrikanisches Holz mit extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit, sehr leicht und weich, mit fast unmerklicher Erwärmung bei Berührung. Es ist nicht die Standardwahl, sondern eines der Materialien, die wir anbieten, wenn es zum Projekt passt.
Gemeinsam ist allen Bankmaterialien: geringe Wärmeleitfähigkeit, damit die Oberfläche angenehm bleibt, auch wenn die Sauna auf voller Temperatur ist.
Schritt 04Akzente: wenn Holz nicht alles ist
Der Innenraum muss nicht nur aus Holz bestehen. Ein Teil der Wand kann zu einem visuellen Akzent werden, der den Charakter des gesamten Raumes verändert — immer in Kombination mit Holz, nicht als Ersatz dafür.
- SlateLite — flexibler Steinpaneel. Eine echte dünne Natursteinschicht auf flexiblem Träger. Als Akzentfläche im Inneren der Sauna gibt er einen architektonischen, monolithischen Kontrast zum warmen Holz — dasselbe Material, das KUBIQ auch außen einsetzt, hier als Innendetail. (Separater Ratgeber zu SlateLite.)
- Himalaya-Salz — siehe nächster Schritt.
Die Logik des Akzents ist kuratiert: Nicht der gesamte Innenraum wird in Stein oder Salz ausgeführt, sondern eine Wand oder eine Fläche gibt dem Raum Fokus und Charakter.
Schritt 05Himalaya-Salz: Dekor und Funktion
Himalaya-Salzblöcke werden als dekorativer Teil einer Wand eingebaut — warmer, bernsteinfarbener Schein bei Hinterleuchtung, visueller Fokus des Raumes.
Neben der dekorativen Rolle hat Salz auch eine Funktion der Luftionisierung, weshalb es im Saunakontext oft mit Wellnesserlebnis verbunden wird, nicht nur mit Optik.
Salz ist beständig für finnische und kombinierte BIO-Saunen und wird auf Anfrage ausgeführt — als Teil einer Wand, nicht als komplette Verkleidung.
Schritt 06Der Ofen als Zentrum
Der Ofen ist das funktionale und visuelle Zentrum der Sauna. Die Wahl des Ofens ist ein eigenes technisches Thema (Leistung, Typ — finnisch, BIO, Kombi), aber im Kontext des Innenraums lohnt sich eine Premium-Option der Optik:
Tulikivi soapstone Ofenverkleidung. Soapstone (massiver Stein) als Ofenverkleidung gibt einen massiven, monolithischen Steincharakter und weiche, langanhaltende Wärme. Das ist ein Upgrade auf Anfrage — eine teurere Option für Projekte, die genau diese Optik und dieses Gefühl möchten, keine Standardausführung.
*(Ofentypen und die technische Wahl der Heizung werden separat behandelt — hier betrachten wir nur, wie der Ofen im Raum wirkt.)*
Schritt 07Wie KUBIQ den Innenraum komponiert
Der Innenraum wird nicht nach Katalog gewählt, sondern nach Projekt. Drei Dinge führen die Entscheidung:
- Der gewünschte Ton — hell und luftig (Espe, Hemlock) oder dunkel und umhüllend (Thermo-Erle)? Das setzt den Grundcharakter.
- Berührung und Nutzung — wie intensiv und wie lange Sie die Sauna nutzen, wer sie nutzt. Das beeinflusst die Wahl des Bankholzes.
- Ob Sie einen Akzent möchten — bleibt der Innenraum rein aus Holz, oder bekommt eine Wand Stein oder Salz als Fokus.
Kombinieren ist die Regel, nicht die Ausnahme: Holz als Basis, Akzent dort, wo es Sinn ergibt, Bänke auf das Ganze abgestimmt. Wenn eine Kombination nicht funktioniert — tonal oder in der Ausführung — sagen wir das und schlagen eine bessere vor.
Schritt 08Was die Wahl des Innenraums nicht ist
- Nicht nur Ästhetik. Harzfreies Holz mit geringer Wärmeleitfähigkeit ist keine Geschmacksfrage — es ist der Unterschied zwischen angenehmer und unangenehmer Sauna. Die Optik kommt danach.
- Nicht ein fixer Standardlook. Wie außen gibt es keinen einen „KUBIQ Innenraum“. Es gibt ein Spektrum und eine projektbezogene Wahl.
- Kein Katalog, aus dem Sie allein auswählen. Material ist eine Entscheidung, die wir gemeinsam führen — Ton, Berührung und Nutzung der Sauna bestimmen, was Sinn ergibt.
